von Gabriele Parnet
Der Stippbachweg – ein schmaler, maroder Weg durch ein streng geschütztes Natur- und Vogelschutzgebiet – wird zum Spielball politischer Ignoranz.
Während Wildkatzen, Zauneidechsen, Frösche, Kröten, Salamander, Ringelnattern, Molche und sogar Rotmilane überfahren werden, streiten sich Gemeinden und Landkreis um Zuständigkeiten und Artenschutz?
Was ist eigentlich mit unserem Rechtsstaat los? Hat sich die rechtliche Lage über Nacht geändert? Der Weg wurde vom Kreis vergangenes Jahr gesperrt, da trotz intensiver Suche keine Widmung zur Straße gefunden wurde und man feststellte, dass er nicht verkehrssicher ist. Welchen juristischen Trick zieht man da denn aus dem Zauberhut? Braucht man jetzt keine Widmung mehr? Außerdem war nie die Rede von einer vollständigen Sperrung. Der Weg sollte immer für Land- und Forstwirtschaft sowie Anlieger offenbleiben.
Hohe Kosten für Sinn
Jetzt will man aus dem Weg ohne Widmung eine öffentliche Straße machen. Dank dieser neuen Straße kommen auf die Gemeinden Kosten für Planfeststellungsverfahren, Sanierung, eventuelle Verbreiterung oder Bau von Ausweichbuchten sowie Maßnahmen für den Naturschutz zu. Die Gemeinde Sinn ist jetzt schon hoch verschuldet. Welche Projekte sollen dafür gestrichen werden und welche Steuern werden erhöht, um das zu finanzieren? Nach all den unwirksamen Kompromissen: Glaubt man wirklich, dass bei einer Straße die Regeln eingehalten werden?
Gefahr für Spaziergänger, Radfahrer und geschützte Tiere
Gleichzeitig zerstört man dadurch ein Naherholungsgebiet und macht aus einem Rückzugsort für bedrohte Arten eine Rennstrecke für Bequemlichkeit und gefährdet damit auch Spaziergänger und Radfahrer. Und das alles, weil ein paar Mitbürger nicht die normale Route fahren wollen, die lediglich 3 Minuten mehr Fahrzeit bedeutet.
Wie viele Tiere müssen noch sterben, bis Politik und Verwaltung begreifen, dass Natur nicht verhandelbar ist?
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